
Vom Selbstversorger zum Direktvermarkter
3. Oktober 2025
Stellungnahme zum FB-Eintrag der SPÖ Gratwein-Straßengel
12. November 2025Viele Gemeinden haben Finanzprobleme. Deshalb einmal der Blick auf unser Gratwein-Straßengel. Gleich vorweg: die Entwicklung der letzten Jahre ist besorgniserregend. Grund dafür sind aber nicht fehlende Einnahmen. Hauptgrund sind unnotwendige Ausgaben der Gemeinde.
Als Gratwein-Straßengel im Jahr 2015 entstanden ist, war es im Gemeinderanking der Finanzen in Österreich auf Platz 15 ! 2 Jahre später nur mehr auf Platz 185. Seit 2023 geht es nur mehr steil bergab.
Die Erträge haben sich in den letzten Jahren aber sehr gut entwickelt. Waren es im Jahr 2020 noch 21,9 Mio. Euro, sind sie 2024 bereits auf 31,4 Mio. Euro angestiegen. Das Budget sieht für 2025 sogar 34,1 Mio. Euro vor. Das ist ein Plus von 55% in nur 5 Jahren!
Beim „Sachaufwand“ fallen extrem hohe Kosten für externe Berater, Rechtsanwälte und Sachverständige auf. Auch hier könnte viel Geld gespart werden. Die Einsparung bei den Vereinen Anfang 2025 hat hingegen der Gemeinde nur rund € 50.000 gebracht. Dafür den Vereinen massiv geschadet. Das ist Sparen am falschen Platz.
Beim „Nettoergebnis SA0“ schrillen jedoch die Alarmglocken. 2022 gab es noch einen Gewinn von rund 1,3 Mio. Euro. Im Jahr darauf war es ein Verlust von rund 1,3 Mio. Euro ! Für 2025 wird mit einem Verlust von fast 2,1 Mio. Euro gerechnet.
Grund für die Verluste sind somit die stark steigenden Ausgaben. Zum Beispiel sind die Personalkosten in 5 Jahren von 4,2 Mio. auf 7,9 Mio. Euro gestiegen! Im Jahr 2015 kam die Gemeinde mit 16 „Vollzeitäquivalenten“ (VZÄ), die direkt im Gemeindeamt gearbeitet haben, aus. Aktuell sind es um 80% bzw. 13 VZÄ mehr! In der gesamten Gemeinde (inkl. Wirtschaftshöfe, Kindergärten, etc.) stieg die Zahl von rund 84 VZÄ im Jahr 2020 auf 123 VZÄ laut Budget 2025!
Deshalb Vorschläge der ÖVP zur Budgetkonsolidierung:
- Aus nichts wird nichts. Deshalb Errichtung großflächiger Photovoltaik-Anlagen auf Gemeindedächern zur Reduzierung der Stromkosten. Strom-Überschuss wird verkauft an lokale Energiegemeinschaften.
- Einholung von Gegenangeboten bzw. Durchführung von Ausschreibungen (Teilweise werden Leistungen direkt an jemanden vergeben, ohne ein Gegenangebot einzuholen oder eine Ausschreibung durchzuführen. Zum Beispiel wurde eine Firma direkt mit statischen Überprüfungen der Dächer für PV-Anlagen um rund € 43.000 beauftragt. Diese Firma hat übrigens nicht einmal eine Statiker-Konzession…)
- Durchführung von einfachen Ausschreibungen mit eigenem Personal (die Gemeinde hat 3 Juristen angestellt. Vorher wurden diese Ausschreibungen selber durchgeführt. Jetzt werden trotz eigener Juristen Externe um bis zu € 20.000 pro Ausschreibung beauftragt!)
- Hinterfragung der Sinnhaftigkeit vor der Auftragsvergabe (Zum Beispiel wurde eine Firma direkt mit rund € 25.000 beauftragt, um beim Stromnetzbetreiber Ansuchen für PV-Anschlüsse zu stellen. Die Energie Steiermark macht es kostenlos. Weiteres Beispiel: Der Eingangsbereich Weihermühle wurde um rund € 700.000 umgebaut. Warum eigentlich?)

